Da Charon noch viel mehr Möglichkeiten bietet als in dem Bruteforcing
Guide erwähnt, werde ich hier Charon von Hinten bis Vorne und von Oben
bis Unten erklären
Nach dem Start von Charon

legen wir ersteinmal grundlegende Dinge mit einem klick auf
General Options 
fest:

Mit
dem ersten Haken wird festgelegt, ob die IP des eigenen Rechners beim
Start von Charon ermittelt werden soll, was für erweiterte Optionen des
Programms notwendig ist. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann den
folgenden Haken
Check IP before starting the test ebenfalls
aktivieren. Er sorgt dafür, dass die IP vor dem Testen der Proxies
(nochmal) ermittelt werden soll. Der dritte Haken ist aus meiner
Sichtweise nicht nötig, mit ihm wird festgelegt ob die IP alle
X (Standart:
5000)
Tests erneut ermittelt werden soll. Mit dem darauf folgenden Haken wird
bestimmt, ob die Proxyjudge vor dem Testen auf Funktionsfähigkeit
überprüft werden soll. Die Proxyjudge ist das Testprogramm für Proxies
das auf CGI fähigen Webservern läuft. Mit der Auswahl
Resolve proxies to IP upon loading
wird festgelegt, ob beim Start von Charon die IP des Proxies aufgelöst
werden soll. Mit dem letzten Haken wird bestimmt, ob die Proxies mit
einem Proxy getestet werden sollen.
Als nächstes Klicken wir auf Scan Options

und sehen folgendes Fenster:

Mit dem ersten Haken wird bestimmt, ob Charon die Proxie-Liste beim Laden durch die integrierte
Bad List
filtern lassen soll. Mit dem zweiten Haken wird festgelegt, ob Charon
mit den selbst definierten Einstellungen arbeiten soll oder mit den
Standart Einstellungen. Mit
Save successfully leeched page count wird definiert, ob die Anzahl der erfolgreich gedownloadeten Proxie-Seiten gespeichert werden soll. Der Haken
Hunt Google/Lycos for proxies
dürfte wohl klar sein, er legt fest ob Charon Google/Lycos nach Proxies
durchsuchen soll. Wer nun noch zusätzliche Seiten zum Downloaden von
Charon hat, der kann den letzten Haken aktivieren und mit einem
Rechtsklick unten unter
Additional pages to leech einfügen. Eine Liste mit 1344 solcher Adressen könnt ihr von www.uspot.org

Downloaden.
Wir machen weiter mit den Verbindungs-Einstellungen indem wir auf
Connect Options 
klicken. Wir sehen:

Unter dem Text
This IP Adress sollte die aktuelle IP Adresse eures Rechners eingetragen sein (dürfte bereits dort stehen). Unter dem Reiter
Proxy Judge
ist die ProxyJudge festzulegen. Ich empfehle eine externe in der
Version 2.35 (aktuellste) zu verwenden, da diese nicht von
verschiedenen Faktoren eures Rechners abhängig ist. Eine gute Liste von
ProxyJudges ist
diese Seite sowie
die Suche per Google. Wer dennoch (s)eine interne ProxyJudge verwenden will, kann dies mit einem Klick auf den Haken
Use Internal Judge on Port XX (Standart:
80) tun.

Unter dem Reiter Thread Control empfehle ich die
Threads auf
35 (Standart:
20)
zu setzen. Die Threads geben an, mit wie vielen Verbindungen Charon die
Proxies testen soll. Umso höher die Verbindungen, umso schneller testet
Charon.
Aber Achtung: Umso höher die Zahl, umso mehr Timeouts kann es geben, was im Endeffekt zu weniger Proxies führt. Das
Timeout sollte bei
20 belassen werden, kann aber auch auf
15 heruntergesetzt werden. Der Wert
Retry timeouts / dead sollte ebenfalls auf
1 belassen werden, denn wandelnde Proxies bringen am Ende wenig Erfolg. Wird der Haken
Scroll Display Window aktiviert, so wird das Proxie Fenster mit jedem neuen Proxie nach unten weitergescrollt.

In dem Frame
HTTP Proxies sollte der Haken
Check proxies for HTTP aktiviert sein insofern man die Proxies für HTTP-Aktivitäten benötigt. Den nächsten Haken
Resolve proxies to hostnames bewirkt, dass die Hostnamen zur IP aufgelöst werden (Beispiel:
http://www.google.de / 66.249.85.104), was zu empfehlen ist, da die meisten Blacklists von schlechten Proxies nur IPs enthalten. Der Haken
Check 'Connect' ability
sollte auf jeden Fall aktiviert werden, er testet ob der Proxie die
Connect-Fähigkeit unterstützt. Der vorletzte Haken in diesem Frame mit
dem Titel
Check Country empfehle ich wegzulassen, mit dieser
Funktion wird versucht herauszufinden aus welchem Land der Proxie
kommt. Der letzte Haken sollte aktiviert werden, hiermit wird ein
Gateway-Server bis zum Ende hin ausgepingt damit seine
wahre IP Adresse zum Vorschein kommt und später keine Duplicates als Proxies vorhanden sind.

Der Haken
Check proxies for socks kann aktiviert werden, insofern man Sock-Proxies verwendet. Wird
Limit socks to ports [Ports] aktiviert, so wird nur nach Proxies mit Einem oder mehreren festgelegten Ports gesucht (Standart:
1080).
Mit der letzten Option in diesem Frame kann definiert werden, ob die
Socks gegen eine Seite getestet werden sollen (Standart:
www.google.com /
80). Mit dieser Methode wird sichergestellt, dass der Sock-Proxie funktioniert: Wird von Charon der
<title>-Tag von (in diesem Fall) Google empfangen (<title>Google</title>) so funktioniert der Sock-Proxie.

Mit der vorletzten Funktion im Frame
Port Scanning Option wird festgelegt, nach welchen Ports Charon bei der Funktion
Port Scan marked for more proxies suchen soll (Standart:
80,8080,3128). Die Erklärung für diese Funktion ist unten zu finden.
Kommen wir nun zum letzten Punkt in diesem Fenster, dem Button
Configure Scores 
.

In
diesem Fenster kann die Punkteanzahl für Proxies festgelegt werden.
Charon kann für jede Funktion die ein Proxie besitzt Punkte vergeben
und so kann man später Proxies mit wenig Punkten herrausfiltern. Der
erste Wert ist der
Initial Score. Insofern ein Proxie
funktioniert, erhält er standartmäßig 100 Punkte. Gibt er die
IP-Adresse des Clienten weiter, so werden ihm 100 Punkte abgezogen. Ist
er ein Gateway-Proxie, erhält er 25 Punkte (für mich unverständlich, da
Gateway-Proxies im Normalfall nicht sehr Hilfreich sind). Enthält der
Proxie VIA, werden im 30 Punkte abgezogen. Ist zu guter Letzt der
Proxie SSL-Fähig, werden ihm 25 Punkte gutgeschrieben.
Weiterführend klicken wir auf
Filter Options 
und sollten folgendes Fenster sehen:

Der erste Punkt
Port order of preference [8080,3128,8000,81,80]
legt vorgezogene Ports fest. Was mit Proxies getan werden soll, die
einen anderen Port haben, kann beim zweiten Punkt festgelegt werden:
Mit
Keep werden sie behalten, mit
Delete gelöscht und mit
Save filtered proxies werden sie gespeichert.
Die Listen die im Fenster zu sehen sind (
countries.ini ;
educational.ini ..) sind
Blacklists. Diese Listen enthalten Proxies mit sogenannten
Honeypots.
Honeypots sind Proxies, die sich als Anonymen Proxy ausgeben, in
Wirklichkeit aber alle Aktionen mitloggen die der User tätigt. Charon
hat bereits ein paar vorgefertigte Listen, die aber noch zu erweitern
sind. Blacklists von Proxies sind auf jeder einschlägigen Seite zu
finden.
Charon bietet die Möglichkeit, solche Honeypot Listen in das Charon-Format zu konvertieren. Mit einem Klick auf
Convert List to Charon format zeigt Charon uns folgendes Submenü:

Das Format
Peerguardian 1
besteht aus einer Beschreibung des Proxies und der IP-Adresse des
Proxies (sowie Port) oder einer IP-Range. Beides wird mit einem
Doppelpunkt voneinander getrennt. Beispiel:
Beschreibung:IP-Adresse(:Port)/Range.
Peerguardian 2 sind handelsübliche Proxies, die im Format
IP:PORT zu finden sind. Das letzte Format ist die
Standart Range. Darunter werden normale IP-Bereiche wie zum Beispiel
165.153.553.23 -
165.153.553.70 verstanden.
Kommen wir zum vorletzten Fenster in dieser Kategorie, dem
Site Options 
Fenster. Nach einem Klick auf die Lettern sehen wir folgendes Fenster:

Dieses
Fenster lässt uns festlegen, wie und gegen welche Seiten ein Proxy
getestet werden soll. Da diese Funktion nützlich ist, empfehle ich
gleich einen Haken bei
Test against site zu setzen - damit ist
die Funktion aktiviert. Der zweite Haken könnte für besonders
feinfühlige Leute interessant sein: Ist dieser Haken aktiviert, so wird
anstatt
Good die Ping-Zeit des Proxies angezeigt. Dies ist sehr nützlich insofern man schnelle Proxies benötigt. Wird der Haken
Only test with anonymous proxies
aktiviert, werden nur anonyme Proxies gegen eine oder mehrere Seiten
getestet. Diese Option sollte aktiviert werden, wenn man ausschließlich
anonyme Proxies benötigt.
Standartmäßig ist Google als Seite eingetragen, es können aber weiter hinzugefügt werden, indem man unter
Site die URL einträgt und unter Keyword ein Keyword einfügt. Hier ist zu empfehlen, den
<title>-Tag zu verwenden. Die restlichen Buttons dürften selbsterklärend sein: Der Button
Close schließt das Fenster und übernimmt die Einstellungen, der Button
Delete Site löscht die ausgewählte Seite und der Button
Add Site fügt die Seite hinzu deren Eigenschaften unter
Site und
Keyword festgelegt wurden.
Das letzte Fenster in diesem Topic kann mit dem Button
Judge Tester 
geöffnet werden. Folgendes Fenster erscheint:

In diesem Fenster werden unsere Proxy Judges verwaltet. Mit einem Rechtsklick in die Liste erhalten wir folgendes Popup Menü:

Mit einem Klick auf
Test Judges
werden alle Proxy Judges auf ihr funktionalität und Ping-Zeit geprüft.
Mit der zweiten Auswahl können Proxy Judges von der Zwischenablage
importiert werden. Mit
Delete Selected Judges können die
ausgewählten Proxy Judges gelöscht werden. Mit dem nächsten Reiter kann
die ausgewählte Proxy Judge im Browser geöffnet werden. Mit dem letzten
Punkt
Set Judge as active Proxy Judge in scanner wird die Proxy Judge in Charon als zu benutztende Judge festgelegt.

Schlechte Proxies können mit einem Klick auf
Filter List 
und dort weiterführend auf
Filter dodgy / duplicates / gateways sowie
Delete Non-Anon
entfernt werden. Mit diesen Schritten werden nicht antwortende,
Doppelte, Gateways und nicht anonyme Proxies entfernt. Mit den drei
Optionen unterhalb können diese Schritte einzeln druchgeführt werden.
Mit dem letzten Punkt in diesem Popup können die Proxies von ihrem
Hostname auf ihre IP-Adresse aufgelöst werden.

Mit einem Klick auf
Check Proxies 
und anschließend auf
Scan for new proxies wird die Suche nach Proxies begonnen. Um die anonymität von Proxies zu prüfen, reicht ein einfacher Klick auf
Check anonymity of all proxies bzw. um nur makierte zu überprüfen auf
Check anonymity of marked proxies. Der Klick auf
Port Scan marked for more proxies führt dazu, dass bei makierten Proxies ein Port Scan durchgeführt wird. Die Ports dafür sind bei den
Connect Options 
festzulegen.
Der Quick-Button
Quick Load 
dient zum öffnen einer Datei die Proxies enthält, der Quick-Button
Quick Save 
dagegen dient zum speichern der Proxies in Charon.
Wird eine Aktion in Charon gestartet, so kann sie jederzeit mit einem Klick auf
Stop 
angehalten werden. Charon lässt dann die aktuellen Threads auslaufen. Wird ein zweites mal auf
STOP 
geklickt, so stoppt Charon die Aktion
sofort und lässt die Threads nicht auslaufen.
Der letzte Button von Charon ist der
About 
Button. Mit einem Klick auf ihn werden Informationen über das Programm und über den Autor angezeigt.
Mit einem Rechtsklick auf die Proxy-Tabelle erscheint folgendes Popup:

Mit
dem ersten Untermenü lassen sich die ausgewählten Proxies überprüfen.
Das zweite Untermenü dient dazu, das Land der Proxies herauszufinden
(nicht immer möglich). Das Untermenü
Randomise list order wird
dazu verwendet, die Liste durcheinander zu werfen. Das nächste Menü
kann dazu verwendet werden, Proxies in alle verschiedenen Variationen
zu laden. Mit dem Menü
Save können Proxies in allen Variationen
gespeichert werden. Der nächste Reiter dient dazu, Proxies in allen
Variationen ins Clipboard zu kopieren. Mit dem Menü
Delete
lassen sich bestimmte oder alle Proxies löschen. Der nächste Menüpunkt
wird dazu verwendet, bestimmte Proxies zum Überprüfen zu makieren. Mit
dem nächsten Punkt lässt sich festlegen, welche Proxies nur makiert
werden sollen. Mit dem letzten Untermenü lässt sich definieren, welche
Spalten in diesem Fenster angezeigt werden sollen (
Country,
IP,
Status ...)
Lob sowie auch Kritik ist erwünscht